Hinweise für Patienten zum Gendiagnostikgesetz (GenDG)

Sehr geehrte Patientin, sehr geehrter Patient,

am 1.2.2010 ist das Gendiagnostikgesetz (GenDG) in Kraft getreten. Es regelt den Ablauf genetischer Untersuchungen beim Menschen. Seine Vorschriften sind zu beachten, wenn wir für Sie eine genetische Laboruntersuchung (Bluttest, Frucht­wasseruntersuchung u.ä.) durchführen oder in einem auswärtigen Labor in Auftrag geben. Falls nur ein humangenetisches Beratungsgespräch stattfindet, hat das GenDG für Sie keine Bedeutung. Nachfolgend seine wichtigsten Regelungen:

  • Genetische Laboruntersuchungen dürfen nur mit schriftlicher Einwilligung des Getesteten oder seines gesetzlichen Vertreters erfolgen.
  • Vor Einholung der Einwilligung hat der verantwortliche Arzt Sie über Zweck, Art und Umfang, Aussagekraft sowie eventuelle Risiken der vorgesehenen Unter­suchung aufzuklären.
  • Sie müssen auf Ihr Recht hingewiesen werden, bis zum Abschluß der Untersuchung die Einwilligung jederzeit zurückziehen zu können. Ferner darauf, daß Sie die Anweisung geben können, daß Ihnen das Ergebnis nicht mitgeteilt und ggfs. auch vernichtet werden soll.
  • Falls die Untersuchungsergebnisse an andere Ärzte (z.B. Ihren Hausarzt, Frauen­­arzt usw.) mitgeteilt werden sollen, ist hierfür Ihr schriftliches Einverständ­nis erforderlich.
  • Sie müssen darüber entscheiden, ob die Probe nach Abschluß der Unter­su­chun­gen sofort vernichtet werden soll (Standardregelung lt. GenDG). Alternativ ist eine Aufbewahrung für eine begrenzte Zeit oder ohne Fristbegrenzung möglich, z.B. für Zusatzuntersuchungen, Maßnahmen der Qualitätssicherung usw.
  • Sie müssen darüber entscheiden, ob die Ergebnisse der Untersuchung nach der gesetzlichen Standardfrist von 10 Jahren vernichtet oder länger aufbewahrt werden sollen.
  • Sie müssen darüber entscheiden, ob Ihnen die Ergebnisse schriftlich (± tele­fonisch) oder im persönlichen Gespräch mitgeteilt werden sollen. Bei auffälligen Befunden besteht diese Wahlmöglichkeit nicht. Eine Wiedervor­stellung zur per­sönlichen Besprech­ung der Resultate ist dann verpflichtend.

Weitere Einzelheiten erfahren Sie in der genetischen Beratung. Sie können dann auch gerne Fragen zum Gendiagnostikgesetz stellen.